Moltedo · Imperia · Liguria
Historisches Olivengut — Gesamtverkauf
01 — Der Ort
Moltedo liegt im Hinterland von Porto Maurizio — sieben Kilometer vom Meer, eingebettet zwischen Olivenhainen und Steinhäusern, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Wer hierher kommt, kommt nicht durch Zufall: Eine einzige Gemeindestraße verbindet das Dorf mit dem Rest der Welt. Das ist kein Mangel. Das ist der Grund, warum Moltedo noch so ist, wie es ist.
Der Name selbst trägt eine alte Geschichte: Moltedo leitet sich von einem Begriff ab, der „Ort der vielen Myrten" bedeutet — eine Pflanze, der römischen Göttin Venus geweiht. Die Pfarrkirche San Bernardo, im siebzehnten Jahrhundert auf den Ruinen einer heidnischen Kultstätte errichtet, bewahrt eine Kunstsammlung, die man hier nicht erwartet: eine Heilige Familie mit der heiligen Anna und Engel, die Anton van Dyck zugeschrieben wird, Gemälde von Gregorio De Ferrari, ein Holztriptychon von 1500, ein Kruzifix aus dem Jahr 1450. Ein stilles Museum in den Gassen, das kein Reiseführer der Küste verzeichnet.
Durch das Tal verläuft die Via Marenca — ein jahrtausendealter Weg, auf dem Salz, Waren und Menschen zwischen der Küste und dem Piemont über die Ligurischen Alpen zogen. Keine Touristenroute: ein Handelsweg der Antike, dessen Trassierung durch Moltedo noch heute erkennbar ist. Weniger als sechs Kilometer entfernt steht das Heiligtum Nostra Signora delle Grazie in Montegrazie — der meistbesuchte Wallfahrtsort der Region Imperia, der der Überlieferung nach seinen Ursprung einem Hirtenmädchen aus Moltedo verdankt.
Historischer Verlauf der Via Marenca — von Limone Piemonte nach Ventimiglia, durch Moltedo und das Valle Caramagna
Das Oratorium der Unbefleckten Empfängnis in Moltedo — eine der fünf Kirchen des Dorfes, ein Rastplatz für Reisende und Pilger auf der Via Marenca zwischen Piemont und Ligurien.
Kirche San Bernardo, erbaut 1642
Der Campanile von Moltedo zwischen den Olivenbäumen — das Ligurische Meer am Horizont, sieben Kilometer entfernt
Die Küche der Ölmühle, so wie die Familie Gazzano sie hinterlassen hat — angehaltene Zeit
02 — Geschichte
Das Gut trägt den Namen derer, die es aufgebaut, bewohnt und über Generationen weitergeführt haben. Die Familie Gazzano hat ihre Geschichte mit der Geschichte von Moltedo durch den Olivenölhandel verknüpft — durch das Öl der Taggiasca, das diesen Dörfern des ligurischen Hinterlandes über zwei Jahrhunderte lang wirtschaftlichen Rückhalt gegeben hat.
Die Ölmühle ist das produzierende Herz dieser Geschichte: ein Gebäude aus dem neunzehnten Jahrhundert, Steingewölbe, originale PIERALISI-Maschinen noch an ihrem Platz, und die sichtbare Spur jeder Anpassung, die die Zeit verlangt hat — von der Wasserkraft des Rio Moltedo bis zum elektrischen Antrieb. Nichts wurde entfernt. Nichts wurde verborgen.
Die Gesichter der Familie Gazzano — seit dem 19. Jahrhundert in diesem Dorf verwurzelt
Die ovalen Fotografien an der Wand der Mühle sind das stärkste Zeugnis dieser Kontinuität: Porträts der Gazzanos aus dem neunzehnten Jahrhundert, die noch heute auf den Ort blicken, den sie gebaut haben. Das Mobiliar, die Andachtsbilder, das illuminierte Schriftstück an den „Signor Prefetto" — zusammen bilden sie ein immaterielles Erbe, das sich weder kaufen noch nachbauen lässt.
Wer Gazzano erwirbt, erwirbt nicht nur Gebäude und Land. Er erwirbt eine authentische Geschichte von zwei Jahrhunderten — verwurzelt in einem Dorf, das kein Küstenkatalog je gelistet hat.
Abschiedsschreiben an den Präfekten, spätes neunzehntes Jahrhundert. Unter den Unterzeichnern: die Familie Gazzano — Zeugnis ihres Gewichts im bürgerlichen Leben von Porto Maurizio
Ekstase des Heiligen Franziskus von Assisi
Die Ehebrecherin — Johannes 8:1–11 — Ein im genuesischen Barock vielgeliebtes Sujet
Der heilige Josef mit dem Jesuskind
03 — Das Gut
Das Gazzano-Gut ist ein in sich schlüssiges Ganzes — und es lässt sich nicht aufteilen. Gebäude A (die Ölmühle), Gebäude B (das Wohnhaus), das Grundstück mit dem jahrhundertealten Olivenhain und der Rio Moltedo bilden ein einziges Gefüge: Jeder Teil gibt den anderen Sinn, und das Ganze ist erheblich mehr wert als die Summe seiner Teile.
3 Ebenen: Keller, Erdgeschoss-Lager, Obergeschoss-Wohnung
+ 49 m² Terrassen. Erdgeschoss ausbaubereit, erstes Obergeschoss als bestehende Wohnung
~280 jahrhundertealte Taggiasca-Oliven auf Trockensteinterrassen
Einschließlich angrenzender Parzellen, Moltedo-Außenbezirk und Caramagna
Luftansicht des Guts: terrassierte Olivenhaine, Rio Moltedo, Gebäude B — grafische Darstellung mit Planungsoption Schwimmbad
Senkrechtaufnahme: im Vordergrund das Ziegeldach von Gebäude A (die Ölmühle aus dem neunzehnten Jahrhundert) — im Hintergrund Gebäude B (das Wohnhaus auf Pilotis). Zwei eigenständige Gebäude. Ein unteilbares Gut.
04 — Gebäude A
Gebäude A ist das bauliche Herzstück des Guts. Im neunzehnten Jahrhundert als produzierende Ölmühle errichtet, hat es seine Steingewölbe, das Hauptschiff und die originalen PIERALISI-Maschinen behalten — eine der wenigen vollständigen Anlagen dieser Art, die in Ligurien noch in situ erhalten sind. Rund 340 Quadratmeter auf drei Ebenen: Untergeschoss (Keller), Erdgeschoss (Lager, lichte Höhe bis 3,60 m), erstes Obergeschoss (Wohnung, Saal mit 4,20 m Höhe).
Das Hauptschiff: Steinmühlsteine, Gewölbe aus dem neunzehnten Jahrhundert, PIERALISI-Maschinen
Original-Typenschild MAIP PIERALISI — Jesi, Italien. Ein seltenes Industriedokument
Hydraulische Presse mit Fiscoli — vollständige PIERALISI-Anlage in Originalposition
Das Außenmauerwerk von Gebäude A ist ein Dokument in Stein: Kanäle für die Wasserkraft des Rio Moltedo, Strebepfeiler, nachträgliche Schließungen, Materialien aus verschiedenen Epochen. Spuren einer produktiven Geschichte, die sich nicht reproduzieren lässt.
Im Inneren ist die Schichtung ebenso ablesbar: die Andachtsnische im ersten Obergeschoss, der Korridor mit dem Steinbogen, die Tonkrüge im Keller, die kleine Holzküche — Zeugnis davon, dass die Mühle immer auch ein Ort des Lebens war, nicht nur der Produktion.
PIERALISI-Zentrifuge
Andachtsnische
Camera
Tonkrüge im Keller — Behälter für das hier produzierte Öl
Frontaler Mühlstein unter dem Gewölbebogen — die ursprüngliche Geometrie der Ölmühle
Gebäude A vom gegenüberliegenden Hang: das Ziegeldach, das Volumen der Mühle im Kontext des Dorfes
The exterior masonry: traces of tanks, arches, buttresses and stone channels built across different eras to harness the hydraulic force of the Rio Moltedo. The distinctive marks of a time that will not come again.
Gebäude A — drei Ebenen
Sub.1 — Basement
Cellar · H 2.20 m
Sub.2 — Ground Floor
Warehouse · H up to 3.60 m
Sub.3 — First Floor
Apartment · Hall H 4.20 m
05 — Gebäude B
Gebäude B ist der Wohnteil des Guts: rund 306 Quadratmeter zuzüglich 49 Quadratmeter Terrassen, auf Pilotis errichtet. Das erste Obergeschoss beherbergt die bestehende Wohnung — Küche mit Steinkamin, drei Schlafzimmer, großes Bad, Wohnzimmer, Balkone, Terrasse. Sofort bewohnbar.
Das vollständig offene Erdgeschoss auf Pilotis ist keine Baustelle — es ist freies Raumvolumen, das auf eine Entscheidung wartet. Garage, zusätzliche Wohneinheiten, Gemeinschaftsflächen: Die Struktur lässt Spielraum für das, was gebraucht wird.
Das Esszimmer mit Steinkamin — der zentrale Wohnraum von Gebäude B
Erdgeschoss — Offener Raum, zugänglich von der Hauptstraße. Vintage Fiat
Treppenabsatz im ersten Obergeschoss — Pendeluhr und die Atmosphäre einer Zeit, die hier stehen geblieben ist
Wohnzimmer mit orientalischem Teppich und Gemälde
Von der Terrasse von Gebäude B: das Dorf Moltedo, die Olivenhaine, die Terrassengärten — und darunter das Steindach von Gebäude A
Building B also preserves a small artistic heritage: the canvas of “Der heilige Josef mit dem Jesuskind”, “The Woman Taken in Adultery”, “Ekstase des Heiligen Franziskus von Assisi” are Baroque works with Caravaggist influences attributable to the Genoese or Emilian school of the 17th–18th centuries. Together with the family's illuminated document, they bear witness to the cultural richness of those who lived and worked here for generations.
Barockleinwand — im Anwesen erhaltenes künstlerisches Erbe
Gebäude B — Erdgeschoss und Obergeschoss
Erdgeschoss — Garage + Ausbaufläche
Erstes Obergeschoss — Esszimmer, Wohnzimmer, 3 Schlafzimmer, Bad, Balkone, Terrasse
06 — Grundstück & Fluss
Der Rio Moltedo fließt wenige Meter südlich von Gebäude A. Jahrhundertelang hat er die Ölmühle angetrieben — das Wasser, das die Mühlsteine in Bewegung setzte. Heute ist er Teil der Landschaft: Das Geräusch des Wassers gehört zum Innenhof, zum Garten, zum Eingang ins Dorf. Eine private Wasserquelle, die das Grundstück unabhängig macht.
Das Grundstück umfasst insgesamt 21.818 Quadratmeter: angrenzendes Land an die Gebäude (2.306 m²) mit zwei privaten Bewässerungsbrunnen; Hauptolivenhain (14.313 m²); weitere Parzellen in Moltedo (3.278 m²) sowie Grundstück im Gebiet Caramagna (1.921 m²).
Der Rio Moltedo und der Garten mit Palmen — Außenbereich des Guts
Der Rio Moltedo hat historisch die Mühlen und Ölpressen des Tals angetrieben
Der Rio Moltedo oberhalb des Guts — heute als Garten mit verschiedenen Gehölzen angelegt
Trockensteinterrassen — die historische Agrarstruktur des Gazzano-Olivenhains
07 — Der Olivenhain
Der Hauptolivenhain erstreckt sich über 14.313 Quadratmeter Trockensteinterrassen — rund 280 Taggiasca-Olivenbäume, die zum Teil mehrere Jahrhunderte alt sind. Die ligurische Taggiasca ist international eine anerkannte Qualitätsgröße: natives Olivenöl extra mit DOP-Auszeichnung, mit etablierten Abnahmemärkten in Nord- und Mitteleuropa sowie Nordamerika. Der Olivenhain ist kein Beiwerk — er ist der landwirtschaftliche Kern des Guts, produktionsbereit.
Die Bäume von Gazzano — knorrige Stämme, silbergraues Laub, Terrassen aus Trockenmauerwerk — sind nicht von der Landschaft zu trennen. Sie sind die Landschaft. Und sie tragen seit über hundert Jahren Früchte.
Jahrhundertealte Taggiasca-Olivenbäume — Trockenmauerwerk, ligurisches Licht
Blick auf Moltedo vom Olivenhain aus — Dorf und Bäume seit Jahrhunderten untrennbar
Der Pfad durch den Olivenhain — führt zur Höhenlinie und verbindet mit der Via Marenca
08 — Möglichkeiten
Gazzano lässt sich nicht auf eine einzige Nutzung reduzieren. Das ist kein Nachteil — es ist der entscheidende Vorzug. Wer hier einsteigt, erwirbt ein System, das bereits funktioniert: Architektur, Land, Produktionsinfrastruktur und Geschichte in einer Hand.
Die 280 Taggiasca-Olivenbäume sind produktionsbereit. Die Ölmühle mit den PIERALISI-Maschinen muss reaktiviert, nicht neu gebaut werden. Das Ergebnis: ein eigenes DOP-Olivenöl mit nachweisbarer Herkunft und internationalem Markt. Die verfügbare Fläche erlaubt zusätzlich Gemüseanbau, Kleintierhaltung und den Aufbau eines Betriebs, der weitgehend selbstversorgend wirtschaftet. Keine Theorie — eine Struktur, die nur darauf wartet, wieder in Gang gesetzt zu werden.
Die Mühle mit ihren Gewölben, den Maschinen und dem Bach wenige Meter entfernt ist ein Raum, den kein Neubau ersetzen kann. Als Restaurant, Verkostungsort oder Veranstaltungsraum wird sie zum Erlebniskern eines Premium-Agriturismo. Die Sanierung eines historischen Gebäudes dieser Kategorie kann zudem EU-Fördermittel für ländliches Kulturerbe in Anspruch nehmen — ein konkreter finanzieller Hebel für ein gezieltes Projekt.
Für denjenigen, der einen authentischen Wohnsitz mit Charakter sucht und gleichzeitig wirtschaftlich denkt: Gebäude B ist sofort bewohnbar. Das offene Erdgeschoss auf Pilotis und die Ölmühle bieten Raum für zusätzliche Einheiten — zur Eigennutzung, zur Vermietung oder zum Verkauf. Jede fertiggestellte Einheit ist eine eigenständige Einnahmequelle. Das Gesamtgrundstück von 21.818 Quadratmetern, sieben Kilometer vom Mittelmeer, lässt sich um Pool und Tierunterkunft ergänzen — für ein Leben, das Abstand von der Stadt nicht als Verzicht versteht, sondern als Entscheidung.
Planungsskizze für Gebäude A: Überarbeitung der Dachform, Gestaltung von Innenhof, Pflasterung und Überdachungen mit ortstypischen Materialien — das Gebäude gewinnt seine Würde zurück, ohne seine Identität zu verlieren.
— Aktueller Zustand
— Planungsskizze
Grafikrendering — Planungsskizze Gebäude A · Originale architektonische Proportionen beibehalten
Die Pilotis-Konstruktion lässt das Erdgeschoss vollständig offen — nutzbarer Leerraum, der je nach Bedarf geschlossen werden kann. Ein außenliegender Panoramaaufzug macht alle Ebenen barrierefrei zugänglich, ohne in die Fassade einzugreifen. Eine planungsrechtlich zulässige Aufstockung schafft schließlich eine Dachebene mit freiem Blick über das gesamte Tal.
Variante 1 — Hauptfassade mit Bogenloggien
Variante mit Außenaufzug — planungsrechtlich zulässig
Aktueller Zustand: offenes Erdgeschoss auf Pilotis — freies Volumen, bereit für den Ausbau.
Gebäude B — Pilotis-Konstruktion: Erdgeschoss vollständig offen, Schließung nach Projekt möglich
09 — Das Meer
Das Hinterland ist keine Einschränkung. Es ist eine Entscheidung. Das Meer bei Imperia liegt keine zehn Minuten entfernt: die ligurische Felsküste, türkisblaues Wasser, der Yachthafen, die Promenade. San Remo, Bordighera, die Côte d'Azur hinter der Grenze — die Riviera di Ponente ist der geographische Rahmen. Wer Gazzano erwirbt, verzichtet nicht auf das Meer. Er wählt, es nicht jeden Tag vor der Tür zu haben. Stattdessen: Stille, Olivenbäume, Wasser im Bach — und das Meer, wenn man es braucht.
Luftaufnahme vom Gut: Moltedo rechts, das grüne Tal, das Ligurische Meer am Horizont — 7 km Luftlinie
10 — Der Preis
Ein historisch gewachsenes Gut mit produktivem Olivenhain, zwei Gebäuden und 21.818 Quadratmetern in einem authentischen Dorf — sieben Kilometer vom Meer. Solche Einheiten kommen nicht zweimal auf den Markt.
Der Kaufpreis ist bewusst so angesetzt, dass er für denjenigen interessant ist, der das Potenzial erkennt — nicht für den Markt allgemein. Wer nachfragt, erfährt, warum.
Verkauf als Gesamteinheit, in einem definierten Zeitrahmen. Wer die richtige Frage stellt, bekommt eine konkrete Antwort.
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